6. Oktober 2009

Blitz-Kurs Krisen-PR (4): Die einfachste Ernstfall-Übung der Welt…

HelmStellen Sie sich vor: Ein völlig unerwartetes Ereignis trifft ein und überrascht Sie so stark, dass die Situation komplett aus dem Ruder läuft.

Veruntreuung im Management, ein IT-Ausfall, eine Explosion in einem Fabrikgebäude. Solche Fälle sind keine Seltenheit. Journalisten wollen innert Kürze ein Statement. Die Mitarbeiter sollen informiert werden. Kunden sowieso. Und irgendjemand muss sich noch um den eigentlichen Zwischenfall kümmern.

Solche und andere Ernstfälle müssen nicht zur Krise ausarten. Wer seine Gefahrenherde kennt und sich entsprechend vorbereitet, kann Schlimmeres verhindern und den Zwischenfall unter Kontrolle bringen.

Denn erst, wenn der Ernstfall eine Wendung nimmt, bei der man keinen Einfluss mehr ausüben kann, spricht man von einer Krise. Soweit muss es nicht kommen.

Gefahren erkennen und Krisen erproben.

Wer sich möglicher Risiken im Unternehmen bewusst ist, kann auf Zwischenfälle professionell reagieren. Doch die Erkenntnis alleine reicht bei Weitem nicht. Das Motto heisst: üben, üben üben. Sind die Gefahrenherde einmal bestimmt, gilt es, ein Simulations-Training durchzuführen.

Denn nur, wer den Ernstfall 1:1 geprobt hat – unter realistischem Zeitdruck, mit echten Akteuren, im realen Team – der handelt korrekt, wenn’s drauf ankommt.

Ein Simulations-Training ist dann erfolgreich, wenn es unter absolut realistischen Bedingungen stattfindet. Konkret heisst das:

Zusammenfassung Krisen-PR und -Simulation – Woran Sie auf jeden Fall denken müssen:

  1. Nehmen Sie einen Zwischenfall, dessen Eintretenswahrscheinlich sehr hoch ist. Vergessen Sie dabei aber nicht die Ernstfälle, die selten aber dennoch realistisch sind.
  2. Erarbeiten Sie die Grundlagen für die Krisenbearbeitung: Handbuch, Telefonliste, Kommunikationsrichtlinien, usw.
  3. Schaffen Sie Klarheit über das Vorgehen im Ernstfall. Stellen Sie ein Krisenteam auf die Beine. Befähigen Sie die Verantwortlichen.
  4. Arbeiten Sie ein realistisches Krisenszenario aus. Ziehen Sie einen professionellen Coach bei.
  5. Arbeiten Sie mit Journalisten, um den Zeitdruck für Interviews und Pressetermine zu simulieren.
  6. Ermöglichen Sie ein Debriefing: schonungslos ehrlich, aber fair. Die Teilnehmenden sollen Möglichkeiten zur Verbesserung haben.


Die einfachste Ernstfall-Übung der Welt (Aufgabe, ca. 60’)

Angenommen, Sie sind Mediensprecher/in Ihres Betriebes. Entwerfen Sie nun eine “fiktive” aber realitätsnahe Krise. Ein Ernstfall, der Ihr Unternehmen betreffen könnte: Ihr Unternehmen befindet sich in einer akuten Krisensituation, z.B. aufgrund eines Betriebsunfalls mit schwer verletzten Mitarbeitenden und grossem Sachschaden. Gehen Sie nun wie folgt vor:

  1. Notieren Sie das Szenario auf einem Blatt.
  2. Bereiten Sie sich dann auf ein kurzes, 2-3 Minuten-Interview zum Vorfall vor.
  3. Nutzen Sie dann die Kraft eines “fiktiven Redakteurs”. Das kann ein Bekannter oder Freund sein.
  4. Geben Sie ihm das Szenario im Vertrauen ab.
  5. Vereinbaren Sie mit ihm, dass er Sie in naher Zukunft ganz spontan aufs Handy zum Fall anruft und Sie zum fiktiven Fall interviewt. Am besten im Sinne eines O-Tons für ein Radio-Interview.
  6. Er oder sie soll das Interview mit Ihnen gleich aufzeichnen. Wegdrücken zählt nicht. Nur Ihre Reaktion.
  7. Besprechen Sie Ihre Reaktion und die Aufzeichnung mit dem “Redakteur”.
  8. Wiederholen Sie diese Ernstfall-Übung mindestens einmal pro Halbjahr.

Auf Ihren Spitzenruf!

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Einen Kommentar

  1. ringo schrieb:

    Toller bolg bei euch gruss ringo

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